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Speerwerfen – eine Disziplin mit langer Tradition

Das Speerwerfen ist eine der traditionsreichsten Wurfdisziplinen in der Leichtathletik und wurde schon bei den Olympischen Spielen in der Antike ausgeübt, schließlich war der Speer einer der ältesten und beliebtesten Jagd- und Kampfwaffen der damaligen Zeit. Ziel innerhalb eines Wettkampfes war es, einen Speer nach kurzem Anlauf möglichst weit zu werfen. Den ausschließlich männlichen Wettkämpfern standen dabei mehrere Versuche zur Verfügung.

Das Sportgerät

An der Aufgabenstellung hat sich bis heute nichts geändert. Außer, dass es mittlerweile auch Frauen selbstverständlich erlaubt ist, das Speerwerfen auszuüben. Lediglich das Gewicht des langen, meist aus Metall oder Carbon bestehenden Sportgerätes ist mit 600g (Länge: ca. 2,20m) gegenüber dem 800g schweren Männerspeer (Länge: ca. 2,80m) etwas geringer. Beiden gleich ist die textile Griffumwicklung mittig des Speeres.

Technik des Speerwerfens

Bei der technisch sehr anspruchsvollen Disziplin gilt es, die Phasen des Anlaufs, der Speerrücknahme und eines vor dem Abwurf durchgeführten Verbindungsschritts (Impulsschritt) so zu koordinieren, dass der Werfer ideal die Anlaufgeschwindigkeit auf den Wurf übertragen und in Wurfkraft umsetzen kann, ohne dabei die Abwurfmarkierung zu übertreten. Ein physikalisch idealer Abwurfwinkel für maximale Weite liegt bei knapp unter 45°. Eine perfekt durchgeführte Abwurftechnik und gute äußere Bedingungen mit idealen, auf den Speer wirkenden Auftriebskräften, lässt den Speer bei den weltbesten Männern um die 90 Meter weit fliegen, bei den Frauen sind Weiten um die 70 Meter Weltspitze – vorausgesetzt, der Speer landet nicht zuerst mit dem hinteren Ende, dem sogenannten Schwanz, im Wurfsektor. Ist dies der Fall, gilt ein Wurf als ungültig, genauso wie ein Auftreffen außerhalb des Sektors. Dem Wettkämpfer sind drei Würfe gestattet. Erreicht er den Endkampf der in der Regel besten acht Athleten, sind ihm weitere drei Würfe erlaubt. Für gute Speerwurfleistungen ist eine gut ausgeprägte Schnellkraft, definiert als Kraftentwicklung pro Zeiteinheit, und natürlich eine gute Wurfschulung leistungsbestimmend.

Jahrzehntelang dominierten Finnen das Speerwerfen und trieben die technische Weiterentwicklung, dieser Disziplin zielstrebig voran, sowohl den Bewegungsablauf und die Verbesserung des Impulsschrittes, als auch die Flugeigenschaften der Speere. Dem rasanten Fortschritt musste aber auch schon häufiger Einhalt durch Veränderungen des Speerschwerpunktes geboten werden, da Würfe von über 100 Metern zu einer Gefahr für die Stadionbesucher wurden. Leistungsorientiertes Speerwerfen sollte immer unter fachkundiger Anleitung eines geschulten Trainers ausgeübt werden, da bei mangelhafter Ausführung schmerzhafte, muskuläre Verletzungen im Leisten- und Ellenbogenbereich auftreten können.