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Kugelstoßen

Kugelstoßen zählt zu den vier olympischen Wurfwettbewerben. Ziel dieser Disziplin ist es, eine Eisenkugel möglichst weit zu stoßen. Neben einer guten Technik ist vor allem extreme Schnellkraft gefragt, um das Wurfgerät zu beschleunigen.

Geschichtliche Entwicklung:

Bereits in der Antike war es ein beliebter Kraftvergleich unter Männern, einen schweren Naturstein zu stoßen. Vermutlich waren es britische Soldaten, die hierzu erstmals eine Kanonenkugel verwendeten. Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Gewicht des Wettkampfgerätes für Männer international verbindlich auf 7,257 kg (entspricht 16 engl. Pfund) festgelegt. War es zu Beginn noch üblich, dass die Sportler sowohl mit der linken und der rechten Hand stoßen mussten und beide Weiten zu einem Gesamtergebnis addiert wurden, hat sich nach dem 1. Weltkrieg das „bestarmige Stoßen" durchgesetzt. Kugelstoßen ist seit den ersten Spielen 1896 in Athen fest im olympischen Programm verankert. Frauen, die eine 4 kg verwenden, wurden jedoch erst 1948 in die olympische Familie aufgenommen.

Die Regeln des Kugelstoßen

Es wird aus einem Wurfkreis mit Durchmesser von 2,134 m gestoßen, der während eines Versuches nicht verlassen werden darf und aus dem der Athlet nach Beendigung seines Stoßes aus sicherem Stand nach hinten hinaus gehen muss. An der Frontseite des Ringes befindet sich ein ca. 10 cm hoher Stoßbalken, der dem Athlet zusätzlich als Halt dient, dessen Oberfläche jedoch nicht berührt werden darf. Gestoßen wird meist in einen Sandkasten oder im Stadion auf Rasen. Neben dem Gewicht der Kugel sind auch die zulässigen Durchmesser in einer gewissen Toleranz genormt.

Die Kugel muss eindeutig gestoßen werden, das bedeutet, der Ellbogen muss sich den gesamten Versuch über, bis hin zum Abstoß, stets in direkter Kraftwirkungslinie hinter dem Gerät befinden. Ein Wurf, bei dem der Ellbogen das Gerät zuerst überholt, um dann eine Schleuderbewegung ausführen zu können, entspricht nicht den Regeln. Gemessen wird ein Versuch von der Innenkante des Stoßbalkens bis hin zum näherst gelegenen Punkt des Abdruckes der Kugel. Jeder Teilnehmer eines Wettbewerbes hat zuerst drei Versuche (Vorkampf), die besten Acht erhalten drei weitere (Endkampf). Sieger einer Konkurrenz ist der Athlet, der die größte Weite erzielt hat.

Die Technik des Kugelstoßen

Zu Beginn der Kugelstoßhistorie wurde eher schnell angegangen oder gehüpft. Nach dem 2. Weltkrieg erfolgte eine erste Technikrevolution durch den Amerikaner J. Fuchs. Den entscheidenden Wechsel in der Kugelstoßtechnik vollzog jedoch Parry O´Brien (USA), der als erster die Ausgangsstellung mit dem Rücken zur Stoßrichtung einnahm. Der erste 20 m Stoß der Männer gelang 1960 Bill Nieder (USA). Heute existieren mit der O´Brien Technik (Rekord: Ulf Timmerman, GDR, 23,06 m im Jahre 1988) und dem Drehstoßen (Randy Barnes, USA, 23,12 m, 1990, = Weltrekord) zwei nahezu gleichwertige Technikvarianten parallel zueinander.

Ein Ausblick in die Zunkunft des Kugelstoßen

Durch verschärfte Dopingkontrollen sind die Leistungen im Kugelstoßen, gerade bei den Frauen stark zurückgegangen. Während der Damenweltrekord der Russin Lissowskaja seit 1987 bei 22,63 m steht, werden Medaillen bei internationalen Großereignissen heute oft schon unter der 20 m-Marke vergeben. Bei den Männern scheint das Niveau hingegen einigermaßen gehalten werden zu können, den vor allem die USA-Amerikaner stoßen noch relativ häufig über die 22 m.