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Hammerwerfen – vom Kilt und Schmiedehammer zur Donnerkugel

In Irland und Schottland vergnügte sich bereits im zwölften Jahrhundert das Volk mit dem Werfen eines Hammers, anfangs aus Stein, später ein Schmiedehammer. Statt Sporthose wurde traditionell ein Kilt getragen.

Die Regeln des modernen Hammerwerfens

Heutzutage geht es etwas moderner und reglementierter zu. Mit der Übernahme des Hammerwerfens als Wettkampfsport in die moderne Leichtathletik im Jahre 1887 wurden Normen geschaffen. Der eigentliche Hammer wurde ersetzt durch eine bei den Männer 7,257 Kilogramm (Frauen: 4kg) schwere und 1,22 Meter lange Gesamtkonstruktion, bestehend aus einer an einem Stahldraht mit Griff befestigten Eisenkugel. Diesen Hammer gilt es, aus einem Betonwurfkreis mit einem Durchmesser von 2,135 Meter möglichst weit in einen Wurfsektor zu werfen. Ein Übertreten des Wurfkreises macht einen Versuch ungültig. Der Wurfkreis muss nach dem Wurf stets nach hinten verlassen werfen. Zum Schutz umstehender Menschen ist der Ring von hohen Fangnetzen umgeben. Wie auch bei anderen Wurfdisziplinen der Leichtathletik hat ein Wettkämpfer minimal drei Wurfversuche. Erreicht er den Endkampf der in der Regel besten acht Athleten, erhält er drei zusätzliche Wurfversuche.

Die Technik des Hammerwerfens

Leistungsbestimmend beim Hammerwerfen ist eine hohe Schnellkraft. Dabei gilt es, eine extrem hohe Rotationsgeschwindigkeit zum Erreichen der maximalen Wurfkraft aufzubauen. Die Hammerwurftechnik wird durch mehrere Phasen charakterisiert. Beim Einschwingen wird der Hammer vorbeschleunigt und auf einen Kreisbahn gebracht. Der Athlet steht mit dem Rücken zum Wurfsektor. Danach erfolgt der Übergang in die eigentliche Drehung. Der Werfer dreht in möglichst engen Radien unter Ausnutzung des gesamten Ringes drei bis viermal um die vertikale Achse, um eine maximale Beschleunigung zu erreichen. Beim Abwurf wird dem Hammer zusätzlich noch ein Impuls zur Erhöhung der Endbeschleunigung gegeben. Optimal ist bei der letztendlich entstehenden ballistischen Flugkurve des Hammers ein Abwurfwinkel von 45°. Eine Abweichung davon verringert die Wurfweite. Aufkommender Wind ist beim Hammerwerfen vernachlässigbar, da der Luftwiderstand nur eine untergeordnete Rolle spielt. Bei den Männern werden in der Weltspitze Weiten um die 80 Meter erzielt, bei den Frauen um die 70 Meter. Aus Sicherheitsgründen finden Hammerwurfwettkämpfe bei größeren Leichtathletikveranstaltungen meist vor allen anderen Wettbewerben statt.

Körperliche Vorrausetzungen zum Hammerwerfen

Entscheidend ist ein hohes Drehtempo, das durchaus auch fehlende Körpergröße – und somit geringere Armlänge -kompensieren kann. Grundvoraussetzungen sind dafür überdurchschnittliche Muskelkraft und eine ausgeprägte Koordinationsfähigkeit zur Durchführung der anspruchsvollen Drehbewegungen.