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Diskuswerfen

Diskus

Diskuswerfen ist ein olympischer Wettbewerb, bei dem mit einem Schleuderwurf eine Holz- oder Kunststoffscheibe mit Metallkern aus einem Wurfkreis heraus möglichst weit geworfen wird.

Historie:

Diskuswerfen gehörte bereits zu den klassischen Sportarten, die bei den Olympischen Spielen der Antike veranstaltet wurden. Die in ihren Massen noch nicht festgelegte Steinscheibe, wurde damals - ähnlich etwa dem Standbild des Diskuswerfers von Myron - nur aus dem Stand geworfen. Der erste Olympiasieger der Moderne war im Jahre 1896 der Amerikaner R. Garett, der aus dem Stand 29,15 m warf, obwohl er noch nie zuvor einen Diskus in der Hand gehabt hatte.

Regeln:

Das Wettkampfgewicht der Männer beträgt 2 kg und Frauen werfen das 1 kg schwere Gerät. Durchmesser und Geometrie der Disken sind genormt und werden vor dem Wettkampf überprüft. Geworfen wird aus einem Ring mit 2,50 Durchmesser und ca. 70-80 mm Tiefe, der während des Wurfs nicht übertreten werden darf. Nach Beendigung eines Wurfes muss der Athlet den Ring aus sicherem Stand nach hinten verlassen. Zum Schutz des Publikums befindet sich ein sogenannter Käfig, also ein massives, ca. 5 m hohes, nach vorne zum ca. 35 ° Wurfsektor offenes Netz um den Ring, das missglückte Versuche auffangen soll. Gemessen werden Versuche vom vordersten Punkt des Rings bis hin zum nächstgelegenen Abdruck des Diskus im Wurffeld. Bei einem Wettkampf haben zuerst alle Athleten drei Versuche, die besten Acht erhalten drei weitere und Sieger ist letztendlich der Werfer, der den weitesten Versuch der Konkurrenz erzielen konnte.

Technik:

Heute ist ein 540°-Wurf allgemein üblich, das heißt die Werfer vollziehen eineinhalb Drehungen bevor sie abwerfen. Dazu steht der Athlet zu Beginn mit dem Rücken zur Wurfrichtung, schwingt den Diskus in seiner Wurfhand und leitet nach ein, zwei Anschwüngen die Drehung ein (Rechtswerfer gegen den Uhrzeigersinn, Linkswerfer entgegengesetzt). Nach der Drehung erfolgt ein Sprintschritt, in dem der Werfer schnell Raum gewinnt, dann fängt er seine Beschleunigungsenergie auf beiden Beinen ab und wirft aus einer Beinstreckung heraus, über eine Hüftrotation und mittels einer letztendlich kräftigen Armschleuder das Gerät nach vorne oben ab.

Weitenentwicklung:

Den ersten 50-Wurf der Männer zeigte 1930 der Amerikaner Krenz, den ersten 60 m-Wurf Jay Silvester (USA) 1961 und Mac Wilkins (USA) übertraf 1976 erstmals die 70-m-Marke. Heute beträgt der Weltrekord bei den Männern 74,08 m (Jürgen Schult, GDR, 1986) und die Bestweite der Frauen steht bei sagenhaften 76,80 m (Gabriele Reinsch, GDR, 1988). Durch die weit schärfere Kontrolle von Dopingvergehen stagnieren die Leistungen im Diskuswerfen, dessen Weiten ja vor allem durch die Schnellkraft der Athleten bestimmt wird. Doch gerade bei den Männern geriet der Weltrekord durch den Litauer Virgilijus Alekna (73,88 m, 2000) und zuletzt den Esten Gerd Kanter (73,38 m, 2006) mehrmals erheblich in Gefahr.