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Weitsprung

Der Weitsprung zählt neben Hoch-, Stabhoch- sowie Dreisprung zu den vier olympischen Sprungdisziplinen der Leichtathletik. Ziel ist es dabei, nach einem etwa 30 - 45 m langen Anlauf möglichst weit vom Absprungbalken aus in eine Sandgrube zu springen.

Die Geschichte des Weitsprungs

Bereits im antiken Griechenland wird von Leistungen im Weitsprung berichtet, auch wenn hier noch vor allem aus dem Stand gesprungen wurde. Aus den germanischen Überlieferungen sind vor allem die "Königssprünge" (Hochweitsprünge über bis zu neun Pferde hinweg) bekannt. Erste registrierte Weitsprungweiten, so wie wir diese Disziplin heute verstehen, gehen bis in die sechziger Jahre des 19. Jahrhunderts zurück. Der spätere vierfache Olympiasieger Jesse Owens übertraf 1935 als erster Weitspringer der Welt die 8-m-Marke mit 8,13 m. In den folgenden 30 Jahren wurde der Weltrekord nur relativ wenig verbessert bevor der legendäre US-Amerikaner 1968 in der Höhenlage von Mexico die Bestleistung gleich um über einen halben Meter (!) auf damals unglaubliche 8,90 m verbesserte. Viele glaubten, dass dieser Rekord für die Ewigkeit bestehen würde und sie hatten damit nicht ganz unrecht, denn erst 1991 gelang es Mike Powell (USA) ihn zu knacken und die heute noch gültige Bestweite von 8,95 m zu springen. Den Weltrekord der Damen hält seit 1988 Galina Tschistjakowa (URS) mit 7,52 m.

Die Regeln des Weitsprungs

Der Anlauf erfolgt auf einer Kunststoffbahn hin zum Absprungbalken aus Holz, an dessen Ende sich ein Plastilinstreifen befindet, um den Kampfrichtern eine optische Hilfe zu geben, ob ein Versuch übertreten war, also ob ein Athlet nicht aus der erlaubten Zone heraus abgesprungen ist. Der Sprung selbst erfolgt in eine Grube, die auf dem gleichen Niveau wie der Anlauf eben mit Sand angefüllt ist. Gemessen werden alle gültigen Versuche vom Ende des Absprungbalkens zur Sandgrube (unabhängig davon, wo genau der Athlet abgesprungen ist) bis hin zum nächstgelegenen Abdruck, den der Springer im Sand hinterlassen hat.

Die Technik des Weitsprungs

In der Zeit zwischen 1900 und dem Ausbruch des ersten Weltkrieges entwickelte sich der Schwebehangsprung, bei dem der Springer seine Hüfte während des Versuches nach vorne wirft, um so einer Feder gleich nach vor zu schnellen. 1920 wurde mit der sogenannten Hitchkick-Technik (zu Deutsch: Laufsprung) eine zweite Technikvariante entwickelt. Hier führt der Springer, vereinfacht gesagt, die Laufbewegung des Anlaufes in der Luft vor. Für beide Techniken sind aber gleichermaßen eine möglichst hohe Anlaufgeschwindigkeit, ein kräftiger Absprung und eine gute Landung die weitenbestimmenden Faktoren.

Ein kurzer Ausblick

Sowohl bei den Männern als auch bei den Damen fehlt es international momentan an Protagonisten, denen kurz- bis mittelfristig eine Verbesserung des Weltrekordes zugetrauen wird. Viele Beobachter werten dies jedoch als positive Entwicklung, da daran eine einigermaßen erfolgreiche Umsetzung der Dopingkontrollen abgeleitet werden kann.