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Die Mittelstrecke: Kraftausdauer und Instinkt

Bei großen internationalen Wettkämpfen genießt die Mittelstrecke unter den Laufdisziplinen nach wie vor eine hohe Popularität. Im Gegensatz zu den Sprints, wird auf der Mittelstrecke taktiert, mit Tempowechsel gearbeitet und es kommt auch regelmäßig zu Rangeleien im Teilnehmerfeld. Stürze gehören ebenso dazu. Die Läufe über 800 und 1.500 Meter bieten somit alles, was für die Zuschauer spannende Wettkämpfe benötigen. Als Mittelstrecke wird auch die englische Meile ( 1.609 Meter) gezählt. Der 3.000 Meterlauf und der Hindernislauf werden der Langstrecke zugeordnet.

Voraussetzungen für Erfolge in der Mittelstrecke

Ein Leichtathlet der die Mittelstrecke erfolgreich laufen will, muss neben einer guten Ausdauer auch ein großes Maß an Sprintfähigkeit besitzen. Sehr wichtig sind der Instinkt für Strategie und Taktik. Ein Mittelstreckenathlet muss im Wettkampf blitzschnell seine Entscheidung treffen. Nicht nur von den körperlichen Voraussetzungen gibt es große Unterschiede zu den Langstreckenläufern, auch die Lauftechnik unterscheidet sich sehr. Die Schritte sind weit ausholender und kraftvoller. Das Tempo wird, je nach Rennsituation, variiert. Der Körpereinsatz um die eigene Position zu verbessern, den Langstreckenläufen eher fremd, ist bei einem Mittelstreckenlauf die Normalität. In der Langstrecke hingegen sind die Schritte kurz und möglichst ökonomisch. Die Konkurrenz wird geduldig mit stetigen Tempoerhöhungen konfrontiert

Trainingsmethodik für die Mittelstrecke

In den Trainingsplänen der Mittelstreckenläufer sind Intervallläufe nicht wegzudenken. Durch diese Kräfte zehrenden Wiederholungen von Distanzen unter der eigentlichen Mittelstrecke wird das Stehvermögen ausgebildet. Der deutsche 800 Meter Europameister Rudolf Harbig, machte das Intervalltraining bereits in den 30er Jahren populär. Dank dieser Trainingsmethodik erzielte er 1939 einen neuen Weltrekord. Mit einer verbesserten Schnelligkeitsausdauer, welche durch die Intervallmethode trainiert wird, wird die extreme Übersäuerung der Beinmuskulatur vermieden. Nur wer diese Fähigkeit besitzt, kann bei einem Mittelstreckenlauf ein höheres Tempo mitgehen und dieses auch halten. Ebenso gehört das Krafttraining zum festen Bestandteil der Mittelstreckenläufer.

In den 80er Jahren dominierten britische Läufer wie Sebastian Coe, Steve Cram und Tom Mc Kean die 800 Meterdistanz. Dieses Trio bot einige dramatische Läufe. Derzeit bieten die internationalen Wettkämpfe viel Abwechslung was die Podestplätze betrifft. Mit Willi Wühlbeck und Nils Schumann konnten auch DLV Athleten im Mittelstreckenbereich internationale Siege erzielen.