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Warum wurden Hürden aufgestellt?

Anfang des 19. Jahrhunderts wurde britischen College-Schülern der Sprint über eine flache Laufstrecke zu langweilig. Sie stellten in regelmäßigen Abständen eigentlich in der Schafzucht verwendete, 1.06 Meter hohe Schafhürden auf, die es zu überqueren galt. Der Hürdenlauf war geboren.

Der moderne Lauf über die Hürden

Kurioserweise hat sich die Schafhürdenhöhe bis in die heutige Zeit gehalten. Lediglich bei den Frauen und in der Langdistanz sind sie niedriger. Bei dieser olympischen Disziplin der Leichtathletik gilt es, zwischen 100m Hürden (Hürdenhöhe: 84cm) bei den Frauen und 110m Hürden bei den Männern zu unterscheiden. Die Hürden-Langdistanz ist bei beiden Geschlechtern mit 400 Metern gleich lang. Dabei sind die Männerhürden 91,4cm hoch, die Frauenhürden 76,2cm. Unabhängig von der Distanz müssen jeweils zehn Hürden überlaufen werden. In den Jugendklassen wird weiter differenziert.

Die Technik des Hürdenlaufs

Beim Überwinden der Hürden gilt es, möglichst wenig Geschwindigkeit einzubüßen. Dabei ist es wichtig, eine zweckmäßige Schritteinteilung im Anlauf an die erste Hürde und einen gleichmäßigen Lauf zwischen den Hürden anzustreben. Drei Laufschritte werden bei der Hürden-Kurzdistanz zwischen den Hürden ausgeführt, in der Langdistanz durchaus ein Wechselrhythmus von 13 bis 15 Schritten. Ein fehlerhaftes Trippeln vor den Hürden oder ein Langziehen der Schritte wirkt sich geschwindigkeitsminimierend aus, genauso wie ein Überspringen der Hürden. Die Hürden sollten unter allen Umständen flach und in einer fließenden Bewegung überlaufen werden. Beim Überlaufen der Hürde wird zwischen dem Schwung- und dem Nachziehbein unterschieden. Das Schwungbein wird zuerst fast ausgestreckt flach über die Hürde geführt und greift dann zum Boden. In dieser Phase wird das Nachziehbein annähernd rechtwinklig nachgezogen und vor das Schwungbein gesetzt. Diese Bewegungen erfolgen synchron und gleichen einer aktiven Laufbewegung. Die weltbesten Hürdensprinter erzielen in der Kurzdistanz Zeiten unter 13 Sekunden, über die 400 Meter um die 47 Sekunden bei den Männern und ca. 53 Sekunden bei den Frauen.

Voraussetzungen für den Hürdenlauf

Wie in jeder Sprintdisziplin ist auch hier Schnelligkeit leistungsbestimmend. Hinzukommt Koordinationsfähigkeit und Beweglichkeit. Bei der Hürden-Langsprintdistanz darf natürlich die Schnelligkeitsausdauer nicht fehlen. Dort ist auch die Renntaktik entscheidend. Ein zu schnelles Angehen auf den ersten 200 Metern macht sich in der Endphase negativ bemerkbar, unter Umständen mit Stürzen an den letzten Hürden wegen Kraftmangels. Generell kostet es Anfängern Überwindung, mit hoher Geschwindigkeit auf die erste Hürde zu sprinten. Mit etwas Übung wird diese psychische Hürde aber besonders leicht überwunden.