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Nur Fliegen ist schöner

Der Hochsprung ist erst seit den olympischen Spielen der Neuzeit als Disziplin der Leichtathletik populär. Dabei gilt es, eine auf zwei Ständern aufgelegte Latte so zu überqueren, ohne diese von den Ständern zu reißen. In den Anfängen waren die Athleten noch recht frei in der Art, wie sie die Latte überspringen durften. Gerne nutzen sie dabei beide Beine für den Absprung. Erst 1932 wurde in Wettkampfregeln festgelegt, dass die Athleten beim Hochsprung nur mit einem Bein abspringen dürfen. Jeder Springer hat während eines Wettkampfes maximal drei Versuche, um eine Höhe zu bewältigen. Reißt er dreimal, scheidet er aus dem Wettkampf aus. Schafft er die anvisierte Höhe, wird die Latte höher gelegt. Gewinner eines Wettkampfes ist derjenige Springer, der letztendlich die größte Sprunghöhe bewältigt hat.

Technik beim Hochsprung

Die Frage nach der optimalen Hochsprungtechnik ist eine Frage nach der biometrisch günstigen Art der Lattenüberquerung. Im Laufe der Zeit entwickelten sich verschiedene Techniken der bestmöglichen Lattenüberquerung. Anfänglich populäre Schersprung- und Wälztechniken (Straddle), bei denen ein Springer mit dem Bauch zur Latte zeigend versuchte, die Latte zu überqueren, wurden bei den Olympischen Spielen 1968 vom Amerikaner Dick Fosbury revolutioniert. Er überquerte die Hochsprunglatte mit dem Rücken zuerst, der Fosbury-Flop war geboren, die heute gängigste Methode beim Hochsprung. Bei dieser Technik läuft der Springer in einer leichten Kurve mit sieben bis elf Anlaufschritten mit leichter Rumpfvorlage an, verändert die Rumpfhaltung auf den letzten drei Schritten (Impulsabschnitt) durch eine leichte Neigung zum Kreismittelpunktmit einhergehend einsetzender Rückenlage und springt in etwa eine Armlänge von der Latte entfernt unter deutlichem Arm- und Schwungbeineinsatz ab. Dabei wird in der Steigphase der Körper mit dem Rücken zur Latte gedreht. Überquerung der Latte und anschließende Landung auf der Hochsprungmatte erfolgen zuerst auf dem Rücken. Diese neue Technik führte zu einer Leistungsexplosion, sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen. Die aktuellen Weltrekorde liegen bei 2,45m bzw. 2,09m.

Körperliche Voraussetzungen für den Hochsprung

Leistungsbestimmend beim Hochsprung sind Sprungkraft, Beweglichkeit und Koordinationsfähigkeit. Weniger entscheidend ist eine hoch ausgeprägte Schnelligkeit. Für Weltklasseleistungen wirken sich eine hohe Körpergröße und ein nicht allzu bulliger Körperbau häufig positiv aus. Entscheidend für jeden Springer sind die letzten drei Schritte. Diese sollten unter Aufsicht eines erfahrenden Trainers besonders intensiv geübt werden, um die eigene Leistung zu verbessern. Auch spezielles Schuhwerk (Hochsprungspikes) ist beim leistungsorientierten Hochsprung ratsam.