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Gehen - Was ist das ?

Den meisten Menschen, die erstmals bei einer Leichtathletik-Veranstaltung der Disziplin Gehen beiwohnen oder sie im Fernsehen anschauen, fällt zuerst einmal der seltsame Gang der Athleten auf - und die Tatsache, dass ständig Disqualifikationen erfolgen. Doch was ist eigentlich deren Hintergrund ? Und was macht gerade die Leichtathletik-Disziplin Gehen aus ?

Gehen als Wettkampf

Bei großen Wettbewerben finden für die Männer Gehwettkämpfe über 20 km und 50km statt. Die Frauen gehen 20 km. Gehen ist seit 1956 olympische Disziplin, selbstverständlich werden auch auf Länder- und Kontinentalebene Medaillen vergeben, sowie bei Weltmeisterschaften. Auch auf der Bahn gibt es Gehwettbewerbe, diese werden dann als 20 000 m Gehen bezeichnet.

Am wichtigsten ist für den Athleten beim Gehen derständige Bodenkontakt. Daher rührt auch der eigentümlich "watschelnde" Gang. Häufig wird dies belächelt, aber wie schwierig dieses Unterfangen sich darstellt, bemerkt jeder, der das Gehen ausprobiert. Es ist sicher nicht die Fortbewegungsart, die dem Durchschnittsmenschen auf der Straße bekannt ist, sondern ein hochkomplexer Wettbewerb.

Schon die Länge der Strecke, die sogar länger als der Marathon sein kann, stellt eine große Herausforderung dar. Da die Athleten stets darauf achten müssen, dass ihr Gang regelmäßig und taktrein ist, laufen sie anfangs oft Gefahr zu verkrampfen. Auch erfahrene Geher müssen ständig Wasser oder mit Elektrolyten angereicherte Getränke zu sich nehmen, um die Belastungen zu kompensieren.

Technik des Gehens

Die Kunst des Gehens besteht darin, dass der Sportler den vorderen Fuß bereits wieder auf dem Boden haben muss, ehe der hintere Fuß abhebt. Somit ist der Bodenkontakt gewährtleistet. Mit der "Watschel" Gehtechnik wird dem Athleten die schnellstmögliche Fotbewegung innerhalb der Regeln ermöglicht. Darauf achten viele sich über die Strecke verteilt befindende Gehrichter, die Verwarnungen aussprechen und dafür gelbe Karten vergeben. Nach drei gelben Karten folgt mit der roten Karte die Disqualifikation.

Berühmte Geher und Rekorde

Die schnellsten Männer erzielen über 20 km Zeiten von 1 Stunde 17 Minuten, Frauen kommen auf 1 Stunde 26 Minuten. Geher stehen bei Wettkämpfen leider immer etwas abseits. Dennoch gibt es auch hier Berühmtheiten, wie Jefferson Perez aus Equador, der 2003, 2005 und 2007 drei Weltmeistertitel gewann. Aus deutscher Sicht ist der ehemalige DDR Sportler Ronald Weigel bekannt, der 1980 bei den Qlympischen Spielen in Moskau die Silbermedaille gewann.